"Wenn ich sterbe, möchte ich

zwei Dinge:

 

Ich möchte selbst bestimmen, wann ich dazu bereit bin und ich möchte ein leidenschaftliches Leben verabschieden, in dem ich meine Potentiale voll ausgelebt habe.

 

Als Seminarleiterin und Schauspielerin empfinde mich oft als eine Mischung aus Menschenforscherin und Sterbenskünstlerin. Ganz gleich, ob ich die psychologische Tiefe eines Charakters auslote, Klienten und Teilnehmer meiner Seminare in Veränderungsphasen begleite, für einen Sterbenden da bin oder damit beschäftigt bin in einem selbstbestimmten Leben zu überleben – die Dimension der Vergänglichkeit, vor der sich so oft gefürchtet wird, musste ich mir an einem bestimmten Punkt als wegweisenden Mentor an meine Seite holen anstatt ihr weiter auszuweichen.

 

Heute ist sie mir zu einer Quelle lebenstüchtiger Impulse und unendlicher Inspiration geworden. Ich weiß, die Herausforderung, sich mit Tod und Sterben auseinanderzusetzen darf in keiner menschlichen Biographie ungenommen bleiben. Was wie ein mutiger Schritt klingt, ist keine einmalige Sache, sondern eine Aufgabe, der ich mich immer wieder stelle. Daraus ergibt sich ein Stirb-und-werde-Prozess, bei dem sich das, was ich als meine ureigene Essenz empfinde mehr und immer wieder neu herauskristallisiert. So sehe ich in dem wiederholten und bewussten Praktizieren des Sterbens viel mehr einen (lebens)künstlerischen Akt als etwas das Heilung, Trost, Verständnis oder Befreiung braucht."

 



 

 

 

 

"When I‘m going to die, I want two things: I want to determine myself, when I am ready for it and I want to pass a passionate life in which I have completely realized my potentials.

 

 

As a seminar leader and actress I often regard myself as a mixture of a human researcher and a death artist. Whether I dive into the psychological depth of a character, support clients and students of my seminars in periods of changes, or if I am on the side of a dying person or try to survive in a very self-determined life on my own – there is always a point where I have to respect and follow the process of transitioning. So I started to get this working principle as a pioneering counsellor on my side instead of avoiding substantial breaks, mostly out of fear.



Today it is to me a spring of infinite inspiration and of strong impulses able to cope with life. I know, the challenge to face death should not remain untaken in any human biography. What sounds like a bold step is no one-time thing, but a task I have to adress myself to again and again. A process of dying-and-becoming distills the essence of my being more and more and every time new. Therefore I came to see death much more as an (life)artistic act than something which needs healing, understanding, comfort or something to become free from."