Bewusstsein

Was ist Bewusstsein?

 

 Bewusstsein zu definieren ist nicht einfach. Es ist schwierig, weil

  • ... ein unterschiedlicher Gebrauch des Begriffs mit verschiedenen Bedeutungen weit verbreitet ist.
  • ... der Vorgang des Definierens auf der mentalen, kognitiven Ebene stattfindet. Diese Ebene ist von Bewusstsein durchtränkt, aber Bewusstsein geht weit darüber hinaus.

Da dieser Text sich wie jede Ansammlung von Worten ebenfalls auf der mentalen, kognitiven Ebene befindet, ist ein Anliegen, mit diesen Gedankengängen zu einer Bewussteinsöffnung beizutragen, bereits zum Scheitern verurteilt. Worte können höchstens Anregungen sein oder Impulse geben. Z.B. so:

 

Bewusstsein ist "die erlebbare Existenz von Zuständen und Prozessen" oder:

Bewusstsein ist "Energie in Form von Aufmerksamkeit gelenkt auf Wahrnehmung".

 

Wer aber selbst sein Bewusstsein erweitern und entwickeln möchte, kommt nicht umhin, sich auf den Weg der direkten Erfahrbarkeit zu machen, d.h. eine regelmäßige Praxis zu entwickeln, die das Mehr-und-mehr-bewusster-werden in den Lebensalltag integriert.

 

 

Wie wirkt Bewusstsein?

 

"Der Beobachter verändert das Beobachtete." Diese Kernaussage der Quantenphysik kennzeichnet die Wirkungsweise von Bewusstsein.

 

Um Bewusstsein zu lenken, entscheide ich mich also auf die erlebbare Erfahrungs- und Wahrnehmungsebene zu wechseln, bzw. Energie in Form von Aufmerksamkeit auf die Wahrnehmung zu lenken. Dazu ist es notwendig, Bewusstsein von der Gedankenebene abzuziehen und in einer wertfreien Beobachtung zu verankern. Das Erleben selbst denkt nicht darüber nach, bewertet nicht, was geschieht und genügt sich darin, sich selbst voll und ganz zu erfahren. Es hat kein Ziel, das erreicht werden muss, sondern beruht auf der Erlaubnis, geschehen zu lassen, was gerade geschieht.

 

Wo eine wertfreie, nicht-reagierende Beobachtung stattfindet, entsteht ein Feld, in dem das, was im Fokus des Bewusstseins liegt, z.B. der eigene Körper, ungehindert, frei und gemäß seines akuten Zustandes oder Prozesses seine Energien zu regulieren beginnt.

 

Über das Bewusstsein für dieses Feld finden wir die Distanz zu dem, was gerade ist. Das permanente, oft unbewusste, Nichtwollens dessen, was gerade ist, bzw. das Dagegenankämpfen wird überflüssig. Gewohnte Barrikaden lockern sich natürlich und Energie kann wieder fließen.

 

Hier begegnen wir der Kraft der reinen, ungetrübten Intuition, die als Ratgeberin bei Entscheidungsfindungen einzigartig ist. Spontane Reaktionen können riskant sein, wenn sie Impulsen aus der Gedankenebene entspringen. Erheben sie sich aus einem Bewusstseinsfeld, ist ihre unschlagbare Intelligenz tragend und ihre phänomenale und unerwartete Richtigkeit oft zukunftsweisend für ganze Lebenswege.

 

Wie entwickle ich Bewusstsein?

Bewusstwerdung ist nicht unbedingt Meditation, auch wenn Meditation das Bewusstsein erhöht. Es ist eine fortlaufender Prozess des Hinsehens, Wahrnehmens und Erlaubens. Und es ist eine große, persönliche Herausforderung. Denn nur, wenn ich mir bewusst werde, was mich hindert, blockiert und in der Unbewusstheit hält, kann ich mich darüber entheben. Das bedeutet eine wache und nicht-bewertende Konfrontation mit allem, was mich chronisch im Zustand der Unbewusstheit hält. Neben Erfahrungen aus der Vergangenheit sind das Lebensgerüste aus Identität, Glauben, Vorstellungen, Prägungen, Konditionierungen usw. usf., die Stück für Stück und manchmal schmerzhaft in Frage gestellt werden müssen.

 

Mit einer gesteigerten Bewusstheit erweitere ich den Raum für Möglichkeiten und dehne die Grenzen des scheinbar Nicht-machbaren wie einen Muskel beim Stretching.

 

Bewusstsein für die eigenen, körperlichen, seelischen und geistigen Gesetzmäßigkeiten zu entwickeln, ist also keine Methode oder Anwendung, die man zu einem bestimmten Zweck einsetzt, es ist mehr eine Lebenshaltung, bzw. ein Durchdringen des Lebens. Und trotzdem gilt:

 

Ein sich entwickelndes Bewusstsein ist nie ohne Wirkung auf das System Körper-Seele-Geist und immer lebensverändernd.

 

Veränderungen verlaufen entsprechend ihres eigenen Tempos und der individuellen Gegebenheiten. Abkürzungen oder einen allgemeingültigen Königsweg gibt es nicht. Aber diese Veränderungen führen meiner Erfahrung nach immer in Neues, über das ich wieder neu staune, weil es immer Unerwartetes enthält und viel Größeres als ich mir vorstellen konnte.


Bewusster leben heißt lebendiger leben.

 

 

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