Das Gefäß (engl. Vessel)

 Da Zeit bekanntlich eine Illusion ist und sowieso alles 'jetzt' passiert wundert es nicht, dass Vesseling, die Befreiung des menschlichen Energiekörpers oder Gefäßes (Vessel), schon längst die Weltliteratur erobert und berühmte und weniger berühmte Weise inspiriert hat.

 

Wußtet Ihr's schon?

 

Herr Tolstoi drückt sich z.B. so aus:

 

" Wir sind im Leben zugefrorene, zugestöpselte Gefäße, deren Aufgabe darin besteht, entkorkt zu werden und sich zu ergießen, Verbindung zu Vergangenheit und Zukunft herzustellen, Kanal und Teilhaber des allgemeinen Lebens zu werden. " (N. Tolstoi)

 

 

Und Laotse, der alte Besserwisser, bringt's mal wieder auf den Punkt:

 

"Ton wird ausgehöhlt, um aus ihm ein Gefäß zu machen, in seinem Nichts besteht die Funktion des Gefäßes." (Laotse)

 

 

Johann Gottfried von Herders Blick auf die Unterschiedlichkeit der Vessel ist auch sehr interessant:

 

"Die Innigkeit, Tiefe und Ausbreitung, mit der wir Leidenschaften empfangen, verarbeiten und fortpflanzen, macht uns zu den flachen oder tiefen Gefäßen, die wir sind." (J. G. v. Herder)

 

 

Rabelais hat bei Plutarch geklaut, bei diesem ist es nicht das Kind, sondern das Gehirn. Passend ist beides und als Slogan für den nächsten Kinderheiltag eignet sich Rabelais besser:

 

"Ein Kind ist kein Gefäß, das gefüllt, sondern ein Feuer, das entzündet werden will."

(F. Rabelais)

 

"Das Gehirn ist kein Gefäß, das gefüllt, sondern ein Feuer, das entzündet werden will."

(Plutarch)

 

 

Für's Gehirn gibt's trotzdem noch was - und das ist auch nicht ohne:

 

"Zeige, dass dein Schädel als ein geräumiges adliges Gefäß für ein Welt-Gehirn intendiert war vom Schicksal und dass dein Antlitz durch die Nase nicht zu einem bekümmert zu Boden gerichteten, sondern zu einem geradeaus in das Leben oder sogar ein wenig in die Sterne blickenden werde!" (P. Altenberg)

 

 

G.C. Lichtenberg fragt mal ganz grundsätzlich:

 

"Füllt die Seele den Körper etwa wie ein elastisches Flüssiges, das allezeit die Form des Gefäßes annimmt, so dass, wenn eine platte Nase Schadenfreude bedeutet, der schadenfroh wird, dem man die Nase plattdrückt?" (G.C.Lichtenberg)

 

 

Emil Gött und Emanuel Geibel teilen eine nicht ganz so große Bekanntheit, ihre Initialen und noch eine kleine Neige Depressives in ihrem Vessel (oder bin das Ich?):

 

"Wer ein volles Gefäß trägt, muss das Gedränge vermeiden, und wessen Seele am Überlaufen ist, einsame Wege gehen." (E. Gött)

 

"Gebt ihr der Göttlichkeit irdische Form, wie wollt ihr es hindern, dass sie das irdische Los alles Vergänglichen teilt? Alternd erstarrt sie zuletzt, und im Dunkeln verkümmert der hohe Inhalt oder zersprengt, sich zu befreien, das Gefäß." (E. Geibel)

 

 

Ramakrishna hat ein da sonnigeres Gemüt und geht von der 'leichten und göttlichen' Gefäßbefüllung aus (aber letztendlich meinen wir doch alles dasselbe, oder?):

 

"Taucht man einen leeren Krug ins Wasser, so hört man einen glucksenden Laut, der erst aufhört, wenn das Gefäß voll ist. So ist einer, der Gott noch sucht, voll tönender Worte über das Wesen des Allmächtigen. Wer ihn aber geschaut hat, ist von ihm erfüllt und freut sich schweigend der göttlichen Glückseligkeit." (Ramakrishna)



Ralph Waldo Emerson erkennt ebenfalls so wunderschön die Wirkungsweise eines ganz und gar befreiten Vessels:


"Wir ruhen im Schoße eines unendlichen Geistes, der uns zu Gefäßen seiner Wahrheit und Werkzeugen seiner Tätigkeit macht. Wenn wir etwas als recht, als wahr erkennen, dann handeln nicht wir, sondern wir gewähren nur seinem Strahlen den Durchgang." (Ralph Waldo Emerson)



Den Peter kenne ich leider auch nicht, aber hoffen wir, dass sein Nachname ihn vor folgendem Schicksal bewahrt:

 

"Ärger ist wie Säure. Er zerfrißt vor allem das Gefäß, in dem er sich befindet." (P. Hohl)

 

 

In Japan hat man erkannt - o weh, wie wahr:

 

"Der Mensch ist das Gefäß der Krankheiten." (japanisches Sprichwort)

 

 

Und im Orient sagt man:

 

"Trinken aus einem großen Gefäß - entweder es ärgert dich krank oder es macht dich naß." (arabisches Sprichwort)

 

-- Oh, Mist! - Das ist ja nun wohl Realität, oder ?!!

 

 

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