Der Anfang am Ende

 Auch ohne Weltuntergang ist das Jahr 2012 zu Ende gegangen. Das Ende der Welt überlebte es um genau 10 Tage.

 

Was passiert, wenn etwas zu Ende geht?

 

Am 31.12. um 23.59.59 tickt die letzte Sekunde des alten Jahres. Im selben Zug entsteht die erste Sekunde des neuen Jahreszyklus. Wenn ein Apfel vom Baum fällt, trägt er den Samen für die nächste Generation schon in sich. Und der Geburt eines Kindes geht die Vollendung einer Schwangerschaft voraus.

 

Es gibt kein Ende. Es gibt nur Vollendung, die neue Anfänge gebiert.

Dass jedem Anfang ein Zauber innewohnt, wie es Hermann Hesse so schön ausdrückt, hat mit dieser besonderen Energie der vorausgehenden Vollendung zu tun. Es steckt eine frische und transformative Kraft darin.

 

Deshalb feiern wir auch den Jahreswechsel mit einem Fest. Auch erfolgreiche Menschen wissen bewusst oder intuitiv um dieses kreative Potential: Sie starten das neue Projekt genau dann, während ein altes vollendet.

 

Trauer und Schmerz sind in diesem Kreislauf gar nicht vorgesehen. Sie entstehen dann, wenn die Vollendung nicht akzeptiert und an einem schon vergangenen Zustand der Vor-Vollendung festgehalten wird. Es wird eng und Energie, die eigentlich fliessen will, blockiert. Diese Abschiedswunden brauchen ihre besondere Beachtung.

 

Denn eigentlich sollten auch wenn ein Leben zu Ende geht die Böller krachen und der Schampus strömen. Der neue Anfang, der darin geborgen liegt, hat es verdient, gefeiert zu werden.

 

 

 

 

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