"Wenn ich sterbe, möchte ich

selbst bestimmen, wann ich dazu bereit bin und ich möchte ein leidenschaftliches Leben verabschieden, in dem ich meine Potentiale voll ausgelebt habe.

Als Schauspielerin, in meiner Seminararbeit, als Sterbebegleiterin und Begleiterin in Lebensfragen empfinde ich mich oft als eine Mischung aus Menschenforscherin und Sterbenskünstlerin.

 Ganz gleich, ob ich die psychologische Tiefe eines Charakters auslote, Klienten und Teilnehmer meiner Seminare in Veränderungsphasen begleite, für einen Sterbenden da bin oder damit beschäftigt bin in einem selbstbestimmten Leben zu überleben – die Dimension der Vergänglichkeit, vor der sich so oft gefürchtet wird, musste ich mir an einem bestimmten Punkt als wegweisenden Mentor an meine Seite holen anstatt ihr weiter auszuweichen.

 

Heute ist sie mir zu einer Quelle lebensstärkender Impulse und unendlicher Inspiration geworden. Ich weiß, die Herausforderung, sich mit Tod und Sterben auseinanderzusetzen darf in keiner menschlichen Biographie ungenommen bleiben. Was wie ein mutiger Schritt klingt, ist keine einmalige Sache, sondern eine Aufgabe, der ich mich immer wieder stelle. Daraus ergibt sich ein Stirb-und-werde-Prozess, bei dem sich das, was ich als meine ureigene Essenz empfinde mehr und immer wieder neu herauskristallisiert. So sehe ich in dem wiederholten und bewussten Praktizieren des Sterbens viel mehr einen ebenskünstlerischen Akt als etwas das Heilung, Trost, Verständnis oder Befreiung braucht."